Die Kinder berufstätiger Eltern waren sich tagsüber selbst überlassen. Deshalb gründete der Thonberger Lehrer Börner mit einem Pfarrer, einem Katecheten und einigen anderen Männern am 28. 01. 1850 den "Verein Kleinkinderbewahranstalt für die Thonbergsgemeinde". Die Kinder wurden zunächst von Männern im Erdgeschoss der Schule betreut.


Im Jahre 1859 kündigte die Ortsgemeinde dem Verein die Räume in der Schule. Folglich musste ein anderer Weg gesucht werden. Durch einen königlichen Rezess erfolgte am 05.10. 1859 die Regierungsgenehmigung. Es wurde eine Kindergartenordnung zusammengestellt. Für den Kindergarten fehlten aber noch die Räume. Deshalb stellte ein Leipziger Kaufmann seinen Obstgarten zur Verfügung, in dem ein neues Heim für den Kindergarten errichtet wurde. Nach etwa einem Jahr zogen 100 Kinder in die “Kinderbewahranstalt” von Thonberg und Neureudnitz ein. Die christliche Erziehung stand von Anfang an im Mittelpunkt aller Bemühungen. Thonberg hatte aber noch keine eigene Kirchgemeinde, deshalb war eine Verankerung der Stiftung mit der Kirchgemeinde nicht von Anfang an möglich. Die Stifter regten dies aber an, und so bekam Thonberg 1860 einen eigenen Pfarrer und 1869 eine Kirche.


Nach zehnjährigem Bestehen der Einrichtung übernahmen Dresdner Diakonnissen die Betreuung der Kinder.


Gegen den Protest des Kirchenvorstandes beschlagnahmte 1941 die NSV (Nationalsozialistische Volkswohlfahrt) das Haus. 1945 konnte die Besatzungsbehörde das Gebäude der Gemeinde zurückgeben und der Wiederaufbau des Kindergartens begann.