Schwerpunkte und Ziele

Sozial/ emotionale Kompetenz

Um  Bildung erfahrbar zu machen und die Entwicklung des Selbstvertrauens zu stärken stellen wir den Kindern für ihre Wünsche und Bedürfnisse den nötigen Spielraum zur Verfügung.

Wir achten darauf, dass die unterschiedlichen Funktionsecken sowohl von einzelnen Kindern, die eine individuelle Idee umsetzen wollen als auch von kleinen  Gruppen mit einer gemeinsamen Spielidee genutzt werden können. Die Unterteilung und Gestaltung der Räume (z.B. mit Spielebenen, Nischen, kuscheligen Rückzugsecken) ermöglicht den Kindern, sich ungestört und sicher in selbstgewählten Spielformen zusammenzufinden oder sich aus dem Gruppengeschehen zurückzuziehen. Wir achten darauf, dass den Kindern Alltagsgegenstände sowie Materialien für Rollen- und Fantasiespiele, Bücher, Bilder und Medien zur  Verfügung stehen, die sie zum Selbst- Tun auffordern.

In unserer Planung berücksichtigen wir die Vorschläge der Kinder. Sie werden auch in die Vorbereitung von Festen  und die Durchführung von Veranstaltungen mit einbezogen. Wir planen Aktivitäten und Spiele, in denen sich die Kinder als Gemeinschaft erleben (z.B. gemeinsames Tanzen, Theaterspielen oder Musizieren, Übernachten in der Einrichtung).

Wir erarbeiten mit den Kindern Regeln für das Zusammenleben in der Gemeinschaft und setzen gemeinsam mit den Kindern notwendige Konsequenzen bei Regelüberschreitungen fest. Jüngere Kinder verfolgen Gruppengespräche zur Regelfindung entsprechend ihren Fähigkeiten. Im Alltagsgeschehen wiederholen wir vereinbarte Regeln in entsprechenden Situationen und begründen deren Notwendigkeit wobei diese auch mit den Kindern auf ihre Aktualität und Angemessenheit hin überprüft werden. Wir unterstützen die Kinder, nichtverhandelbare Regeln einzuhalten (z.B. Verhalten auf dem Außengelände, beim Spatziergang u.ä.), erläutern deren Notwendigkeit und reagieren positiv auf die wachsende Fähigkeit der Kinder zur Selbstkontrolle. Bei einer sozial unangemessenen Handlung eines Kindes verdeutlichen wir ihm den Unterschied zwischen seinem Bedürfnis und den Folgen seiner Tat. Wir helfen ihm eine sozial angemessene Handlungsweise zu finden. Dabei unterbrechen wir sprachliche und körperliche Attacken von Kindern, wenn andere Kinder oder sie selbst in Gefahr sind oder gedemütigt werden (z.B. Rufen von Schimpfwörtern, Schlagen, Beißen, Kratzen, Verletzen von Schamgrenzen). Wir setzen eine für Kinder fassbare Grenze, vermeiden aber Aussagen, die ein Kind demütigen und ihm das Gefühl geben, als Person abgelehnt zu werden. Wir unterstützen jedes Kind darin, Misserfolge zu ertragen und schreiten ein, wenn die Kinder damit beginnen, Materialien (z.B. Bücher, Musikinstrumente) oder Werke anderer Kinder, die beispielsweise beim Bauen oder künstlerischen Gestalten entstanden sind, auseinander zu nehmen  bzw.  zu zerstören.

Die Kinder dürfen ihre Spielpartner frei wählen. Dabei achten wir regelmäßig und systematisch, wie die Kinder ihre Bedürfnisse (z.B. nach Zuneigung) und Gefühle (wie Angst, Freude, Unsicherheit) ausdrücken und besonders auf nichtsprachliche Signale und Ausdrucksformen. Wir fördern die Kontaktbemühungen der Kinder, und unterstützen auch gruppenübergreifende Freundschaften.

Wir unterstützen jedes Kind darin, ein positives Selbstbild zu entwickeln. Im Tageslauf vermitteln wir jedem Kind das Gefühl, individuell wahrgenommen zu werden, indem wir zeitnah und einfühlsam auf seine Bedürfnisse und Probleme reagieren. In Konflikten sind wir aufmerksam und bereit, mit den beteiligten Kindern über deren Auseinandersetzung zu  sprechen. Dabei lassen wir den Kindern Zeit, den Konflikt zu bewältigen, und drängen bei Streit nicht auf eine schnelle Lösung. Kommt es bei Kleinstkindern und jüngeren Kindern zu Auseinandersetzungen um Spielmaterialien, bieten wir wenn nötig eine attraktive Alternative bzw. eine neue Spielidee an. Wir unterstützen die Kinder dabei, nicht nur ihr Eigeninteresse zu verfolgen, sondern auch die Interessen, Bedürfnisse und Vorhaben anderer Menschen wahrzunehmen und in Entscheidungen zu berücksichtigen. Auf Signale von Kindern, die sich in schwierigen Lebenssituationen befinden, achten wir besonders (z.B. Trennung der Eltern, Umzug in eine fremde Umgebung, Tod eines nahen Verwanden).
Im Tageslauf gilt unsere Aufmerksamkeit dem Bedürfnis einzelner Kinder nach Entspannung. Wir nehmen individuelle Anzeichen von Überforderung wahr und helfen dem Kind zur Ruhe zu kommen. Mit Einfühlung und Zuneigung begegnen wir den Zärtlichkeitswünschen der Kinder. Wir bemerken und respektieren, wenn Kinder die Körperkontakte wieder beenden wollen.

Wir ermöglichen den Kindern Interaktionen und soziale Kontakte auch außerhalb der Einrichtung (z.B. Kontakte zum Nexöheim). Dabei beachten wir die individuellen Fähigkeiten jedes Kindes und unterstützen die Kinder gegebenenfalls bei kniffligen Aufgaben.

Sprachlich- kommunikative Kompetenz

Wir organisieren den Tageslauf so, dass wir sowohl mit einzelnen Kindern als auch mit Kleingruppen  sprachlichen Kontakt haben. Dabei  berücksichtigen wir in der Vorbereitung, dass das gesamte Tagesgeschehen Möglichkeiten und Impulse zur Sprachentwicklung bietet.

Wir planen  Wiederholungen von Sprachwendungen, Geschichten, Erzählungen, Liedern, Märchen und mehrmaliges Vorlesen von Büchern, um so das Sprachverständnis der Kinder zu fördern und ihren Wortschatz zu  vertiefen (z.B. Vorlesen vor dem Schlafen oder im Zusammenhang mit einer Aktivität). Durch Sprach- und Fingerspiele, Reaktions- und Bewegungsspiele und verdrehte Geschichten erleben die Kinder Sprachrhythmen und die Lust, mit Worten und Sprache zu spielen.

Während des Tageslaufs fördern wir die aktive Beteiligung der Kinder an Gesprächen  und Diskussionen in kleinen Gesprächsgruppen, mit der Gesamtgruppe und in Gesprächen zwischen Erwachsenen und Kindern. Wir bieten verschiedene Dialogformen wie Tischgespräche, Stuhlkreis und Gespräche zu Projekten an. Jüngere Kinder können die unterschiedlichen Gesprächsformen entsprechend ihrem Interesse und ihrer Konzentrationsfähigkeit verfolgen. Wir fördern bei allen Kindern die Fähigkeit des Zuhörens und bieten Zuhörspiele an. Aktivitäten wie Projektarbeit, künstlerisches Gestalten, Experimentieren und Musizieren organisieren wir so, dass die Kinder immer wieder Gelegenheit haben, in kleinen Gruppen miteinander zu sprechen. Über Spiel- und Gestaltungsideen und  den Gebrauch von Materialien sprechen wir mit den Kindern. Dazu stellen wir themenbezogene Fragen, ergänzen Informationen und regen die Kinder an, komplexe Zusammenhänge sprachlich auszudrücken.

Wir unterstützen die Kooperation der Kinder untereinander und verstärken kooperatives Verhalten durch Zuspruch und Bestätigung. Zurückhaltende Kinder ermutigen wir, ihren Standpunkt zu vertreten und  unterstützen einzelne Kinder in Konfliktsituationen. Auf sprachliche und nichtsprachliche Kontaktsignale der Kinder reagieren wir zeitnah.

Um den Erfahrungs- und Sprachhorizont der Kinder zu erweitern, planen wir Ausflüge in die Natur  und organisieren Aktivitäten außerhalb der Kindertagesstätte (wie Theater- und Museumsbesuche, Besichtigungen bei der Feuerwehr und der Polizei, Besuche im Alten- und Behindertenheim u.s.w.)

körperliche, motorische Kompetenz

Durch unsere Planung  ermöglichen wir  den Kindern, täglich im Innnen- und Außenbereich grobmotorischen Aktivitäten nachzugehen. Wir achten darauf, dass Kinder aller Alters- und Entwicklungsstufen ihre Bewegungsbedürfnisse verwirklichen können.

Wir planen Bewegungsangebote für einzelne Kinder und Gruppen, die sich am individuellen Entwicklungsstand der Kinder orientieren und an den bereits vorhandenen Fertigkeiten ansetzen. Durch die Nutzung von Turnhallen und anderen Sportanlagen erweitern wir das vorhandene Angebot. Außerdem planen wir bei schlechter Witterung ausgleichende Bewegungsaktivitäten im Innenbereich. Wir integrieren unterschiedliche Aktivitäten in unsere Angebote und ermutigen die Kinder, auch ungewohnte Bewegungsabläufe zu erproben. Wir finden Möglichkeiten, auch den Kindern Freude an Bewegung zu vermitteln, die zunächst kein Interesse zeigen und sich selten an Bewegungsspielen beteiligen. Regelmäßig wechseln wir die Ausstattung für die Aktivitäten  und Spiele im Innen- und Außenbereich aus, um den Kindern  neue Herausforderungen zu bieten und ihr Interesse an Bewegung aufrechtzuerhalten. Bei Bedarf zeigen wir den Kindern wie sie Geräte wie Schaukeln, Klettergerüste und Fahrzeuge nutzen können und beziehen in das Gespräch andere Kinder mit ein.

Wir bieten altersangemessene Aktivitäten im Umgang mit Werkzeugen und Werkstoffen (beispielsweise Holz, Ton, Nägel, Schrauben, Leim, Stoffe, Papier, Pappe) an, damit die Kinder die Vielfalt in der Gestaltung  und der Bearbeitung von Materialien erfahren. Wir achten aufmerksam auf  unterschiedlich entwickelte Bewegungsfertigkeiten der Kinder und fördern Rücksichtnahme sowie das Verständnis für Sicherheitsvorkehrungen. Dazu kommt, dass die Nutzung des Werkbereiches in Absprache mit anderen Gruppenerzieherinnen erfolgt und nur unter Aufsicht möglich ist. Um feinmotorische Fähigkeiten zu fördern, und den Kindern neue Anreize zu bieten,  tauschen wir Materialien regelmäßig aus und ergänzen sie altersentsprechend.  Wir planen Projekte, in denen die Kinder Produkte für die Gestaltung des Gruppenraumes oder der Einrichtung selbst herstellen können, z.B. Vogelhäuschen für den Winter, selbst hergestellte Bausteine, die den Bauspielbereich bereichern oder Gegenstände zur Dekoration der Räume.
Wir sprechen mit den Kindern über Bewegungsspiele und -aktivitäten, gehen auf Spielideen sowie die Bewegungsfertigkeiten der Kinder ein und lassen uns in Bewegungsspiele der Kinder einbeziehen. Wir nehmen uns zurück, wenn wir merken, dass ein oder mehrere Kinder ungestört spielen wollen. Durch den Einsatz von Instrumenten sowie Musik- und Tanzangeboten fördern wir das Rhythmikempfinden und Taktgefühl der Kinder.

Wir nutzen Situationen im Tagesgeschehen, um die Körperwahrnehmung der Kinder im Spiel zu fördern (zeigen, verstecken, berühren, betasten, verkleiden, schminken, inszenieren). Wir betrachten die Körperpflege als anregungsreiche Lernsituation für die Kinder (z.B. Benennen und zeigen von Körperteilen und Kleidung; Kinder in den Spiegel schauen lassen; Waschen des Gesichts; gründliches Waschen nach Spielen, bei denen sich die Kinder schmutzig gemacht haben; Kämmen mit eigenem Kamm; Zahnpflege; Nutzung von Büchern, Bildern und Spielen zum Thema Körperpflege). Eine kindgerechte und ansprechende Ausstattung der Sanitäranlagen mit Handtüchern, Zahnpflegeutensilien, großflächigen Spiegeln und Seifenspendern unterstützt die Selbständigkeit der Kinder bei der Körperpflege und ermöglicht ihnen, ihren Körper bei der Pflege zu betrachten und wahrzunehmen. Wir nutzen Pflegesituationen, damit Kinder Kompetenz und Selbständigkeit bei der Körperpflege entwickeln können (z.B. Umgang mit Verschlüssen an der Kleidung, beim An- und Ausziehen, Bedienen der Wasserhähne). In Rollen und Phantasiespielen der Kinder zu den Themen Gesundheit oder Körperpflege bringen wir den Interessen der Kinder entsprechend neue Anregungen ein und erweitern das Spiel gegebenenfalls mit Requisiten und Materialien.